Hatte eben ein wenig Zeit, das neueste Adelshofener Freundes-Magazin durchzublättern, was vor einigen Tagen hier ankam.

Hängen blieb ich beim Titel der diesjährigen Aussendungsfeier: „Gott braucht keine Helden“

Hab mich direkt an das Buch von Magnus Malm erinnert, das genau diesen Titel trägt und mir in einer Krise sehr geholfen hat. Doch ich kam nicht umhin mir noch ein paar Gedanken mehr zu machen:

Wie ist das denn? Braucht Gott wirklich keine Helden? Leute, die etwas wagen für ihn und sein Reich? Ist das eine schöne Phrase, die Leute mit geringem Selbstwertgefühl brauchen, um sich auch wichtig zu fühlen? So in der Art „Ich bin der letzte Heuler, aber grade das ist ja gut, weil Gott ja eh keine Helden braucht!“

Ist nicht das Gegenteil richtig? Ist es nicht so, dass genau dann was in Gottes Reich in Bewegung kommt, wenn sich kleine und große Helden aufmachen, um den Auftrag Gottes nicht nur ernstzunehmen, sondern auch zu erfüllen? Wenn man mutig ist, vorwärts geht, Risiken eingeht und neue Wege geht, weil mein großer Gott mit mir ist? Sind nicht Paulus, Petrus, Hudson Taylor, Billy Graham, Dietrich Bonhoeffer, Corrie ten Boom und viele andere Helden im wahrsten Sinne des Wortes?

Gott braucht Helden. Ich bin zutiefst davon überzeugt.

Aber ich glaube, eine kleine Definition muss ich noch anfügen. Rein verständnishalber.

Ein Held ist in der Regel jemand, der außergewöhnlichen Mut unter Beweis stellt und aufgrund dessen und aufgrund seines Könnens dann auch Erfolg hat. Von solchen Helden rede ich nicht. Solch ein Held findet den Mut in sich selbst und führt seinen Erfolg auch auf sich selbst zurück. Würde Gott so einen Helden suchen, dann wäre er auf der Suche nach einem gottlosen Egoisten.

Der Held, den Gott braucht, hat außergewöhnlichen Mut, weil er sein Vertrauen in Gott setzt. Und dieser Held hat Erfolg, weil er jeden Schritt mit diesem großen Gott geht, der ihn führt und leitet und stärkt und ermutigt.

Gott braucht keine Helden

– Stimmt. Gott braucht keine Erfolgsmenschen, die sowieso alles können und hinkriegen und eine lange Liste mit Erfolgen vorweisen können.

Gott braucht keine Helden

– Doch. Gott sucht Christen, die im Vertrauen auf ihn mutige Schritte gehen und sich von ihm gebrauchen lassen.

Und jetzt mal persönlich: Bin ich denn ein Held? Ein Held in Gottes Sinne? Ehrlich gesagt: Manchmal ja, manchmal nein. Manchmal vertraue ich Gott voll und ganz, manchmal versuche ich alles selbst und ohne ihn zu tun. Als Christ ist man nicht selbstverständlicherweise ein Held Gottes. Wie es in den aufregenden Heldengeschichten nun mal ist: Man muss auch darum kämpfen ein Held zu sein. Und in diesem Kampf stehe ich. Und vielleicht will ich Dich mit diesen paar ungeplanten Gedanken dazu verleiten, nicht einfach den Status Quo zu akzeptieren, sondern darum zu kämpfen ein Held Gottes zu werden.


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