{"id":57,"date":"2007-11-17T19:06:00","date_gmt":"2007-11-17T17:06:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schmidtswelt.net\/wollopress\/?p=57"},"modified":"2009-07-10T03:01:59","modified_gmt":"2009-07-10T01:01:59","slug":"schwerer-unfall","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.schmidtswelt.net\/?p=57","title":{"rendered":"Schwerer Unfall"},"content":{"rendered":"<p>Wiedermal gibt es Neues aus Peru. Ich hatte auch \u00fcberlegt, diesem post den Titel zu geben \u201eKomm nach Peru, da erlebst Du was!&#8220; Aber ich wollte auch nicht sarkastisch werden.<br \/>Ja, ich hatte einen schweren Unfall. Schwer, weil der Unfall selbst keine Kleinigkeit war. Gl\u00fccklicherweise leben wir alle und sind nur geringf\u00fcgig verletzt.<br \/>Wir (also ich und Alberto mit seiner Frau Elisabeth und ihrer Tochter Seffora) waren mit dem Auto der Mission in Chimay gewesen, einem Ort 2 Stunden von San Ramon enfernt. Gefahren bin ich, da Alberto und Elli keinen F\u00fchrerschein haben f\u00fcr Auto. Es war sp\u00e4t als wir in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zur\u00fcckfuhren, und es regnete. Ich wusste da schon, dass das eine wirklich schlechte Kombination ist: Dunkelheit, Regen, schlechte Stra\u00dfe.<br \/>Aber in der Woche vorher ging ja auch alles gut. Doch nach etwa einer Stunde Fahrt passierte es. Ich kann nicht mehr sagen, warum. Ob es meine Schuld war, ob ich kurz nicht aufgepasst hab, oder was es war. Doch pl\u00f6tzlich war ich zu weit rechts am Stra\u00dfenrand. Ich wollte noch gegensteuern, doch es war zu sp\u00e4t. Wir kamen von der Stra\u00dfe ab, und weil der Abhang steil war, \u00fcberschlugen wir uns sofort. Ich wei\u00df nicht wie oft wir uns \u00fcberschlugen, aber bis zum Fluss sind es etwa 40 Meter, also waren es einige Male.<br \/>Dann kamen wir im Fluss zum Stillstand. Alberto rief nach Elisabeth ob alles ok ist, Elli weinte, Seffora nat\u00fcrlich auch. Die T\u00fcren klemmten, aber wir konnten durch die zerst\u00f6rten Fenster entkommen. Albertos Fu\u00df tat weh und Elisabeth hatte Schmerzen in der Brust. Ich hatte als einziger den Eindruck, dass alles ok ist. Aber zumindest konnten wir schon da sehen, dass wir bewahrt wurden, da niemand ohnm\u00e4chtig war oder Beinbruch oder ne schwere Kopfverletzung hatte. Weil ich mich nun am fittesten f\u00fchlte machte ich mich auf den Weg nach oben zur Stra\u00dfe um Hilfe zu holen. In v\u00f6lliger Dunkelheit und orientierungslos. Nur wissend, dass es weiter nach oben gehen muss.<br \/>Vielleicht auf halbem Weg kam ich nicht mehr weiter. Es war zu steil, die Pflanzen waren nicht stabil genug, um mich an ihnen festzuhalten und ich hatte kaum festen Stand. Und dort in v\u00f6lliger Dunkelheit war ich schon kurz vor der Panik und ich hab nur verzweifelt zu Gott gebetet, dass er uns hier bitte rausholt. Aber meine Sorge um Alberto und seine Familie hat mich nicht aufgeben lassen. Nach kurzem Atemsch\u00f6pfen hab ich dann ein bisschen meine Position nach links verlagert und fand dort wieder M\u00f6glichkeit weiter nach oben zu klettern. Und schlie\u00dflich kam ich an der Stra\u00dfe an. Die erste Etappe war geschafft.<br \/>Aber jetzt in welche Richtung? Ich konnte mich nicht mehr erinnern wann wir das letzte Dorf passiert hatten, oder wann wir zum n\u00e4chsten gekommen w\u00e4ren. Ich bat Gott um die richtige Entscheidung und ging Richtung San Ramon. Und tats\u00e4chlich kam ich nach 500 Metern an ein Haus, das beleuchtet war. Erh\u00f6rtes Gebet. Ein Hund bellte mich an und ich rief um Hilfe. Obwohl sie Angst hatten, dass ich sie \u00fcberfallen will (erz\u00e4hlten sie uns sp\u00e4ter), \u00f6ffneten sie mir und der Mann, Se\u00f1or Huancaya, kam mit einer Lampe mit mir mit. Die Absturzstelle hatte ich vorher noch mit meiner Jacke auf dem Weg markiert, sonst h\u00e4tten wir es in der Dunkelheit wahrscheinlich nicht wiedergefunden. Se\u00f1or Huancaya stieg den Abhang hinunter und holte Albero, Elisabeth und Sefora herauf. Ich hab nur die ganze Zeit gebetet, dass dabei nun alles gut geht. Ich war nur froh als wir dann zu f\u00fcnft, Seffora auf meinem Arm, zu dem Haus von Se\u00f1or Huancaya liefen. Er hat weder Strom noch Telefon, aber er lieh uns trockene Kleider und wir konnten bei ihm auf durchfahrende Autos warten. Zwei Stunden sp\u00e4ter kam ein Laster, der uns mitnahm. Elisabeth konnte mit Seffora noch in der Fahrerkabine sitzen, Alberto und ich hinten auf der Tragfl\u00e4che. Und nach weiteren 1-2 Stunden kamen wir in San Ramon an, wo wir medizinische Hilfe fanden.<\/p>\n<p>Was soll ich sagen? Wie f\u00fchl ich mich jetzt? Ich frag mich nat\u00fcrlich, warum oder wozu das alles geschehen ist. Ich seh klar Gottes Bewahrung in all dem:<br \/>Beim Absturz h\u00e4tten wir schwerstverletzt werden k\u00f6nnen. Im Fluss h\u00e4tten wir auf dem Dach aufkommen k\u00f6nnen, dann w\u00e4ren wir nicht so leicht oder gar nicht aus dem Auto gekommen. Ich konnte hoch zur Stra\u00dfe, konnte die richtige Entscheidung treffen, wo ich Hilfe finde und wir sind alle bis auf unbedeutende Verletzungen unversehrt. Noch dazu wird die Autoversicherung wohl alle Arztkosten \u00fcbernehmen.<br \/>Trotzdem frag ich mich, warum \u00fcberhaupt? Ich frag mich, ob ich einfach schlecht Auto fahr und Gott nur meine Unf\u00e4higkeit ausgeb\u00fcgelt hat, oder ob Gott noch dar\u00fcber hinaus was bezwecken will.<br \/>Bin dankbar f\u00fcr Eure Gebete.<br \/>So ein Unfall ist nat\u00fcrlich schon schlimm, wenn man ihn allein hat. Aber wenn dann noch eine Familie mit drin sitzt, dann ist das noch mal furchtbarer. Was mich getr\u00f6stet hat war Seffora, da sie schnell wieder gut drauf war, und als sie mich gestern im Hospital angel\u00e4chelt hat, h\u00e4tte ich fast losgeheult.<br \/>War gestern den ganzen Tag besorgt um Elli, weil sie ja Schmerzen in der Brust und Atemschwierigkeiten hatte. Doch R\u00f6ntgen und Ultraschall hat nichts ergeben, und so bin ich jetzt langsam wieder guten Mutes.<br \/>Aber bitte betet, dass wir uns schnell wieder v\u00f6llig erholen und wir nicht entmutigt werden f\u00fcr unsere Arbeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiedermal gibt es Neues aus Peru. Ich hatte auch \u00fcberlegt, diesem post den Titel zu geben \u201eKomm nach Peru, da erlebst Du was!&#8220; Aber ich wollte auch nicht sarkastisch werden.Ja, ich hatte einen schweren Unfall. Schwer, weil der Unfall selbst keine Kleinigkeit war. 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